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Die Biomasseheizung – wie nachhaltig ist das alternative Heizsystem wirklich?

Die Biomasseheizung gilt als nachhaltige Alternative zu Öl und Gas – doch wie umweltfreundlich ist sie wirklich? Ist Holz als Energieträger tatsächlich unbedenklich, und wäre eine Wärmepumpe für dich womöglich die bessere Wahl? Hier erfährst du, wie Biomasseheizungen funktionieren, was sie kosten und wo ihre ökologischen Grenzen liegen.

Metay Demir

Metay Demir

Koordinator für Wärmepumpen & Experte für E-Mobilität
Metay verbindet praktische Erfahrung mit technischem Verständnis rund um Wärmepumpen, E-Mobilität und moderne Energielösungen. Als Koordinator begleitet er Projekte von der Beratung bis zur Umsetzung und vermittelt komplexe Themen verständlich, praxisnah und lösungsorientiert.

Biomasseheizung – was ist das überhaupt?

Generell werden unter dem Begriff Biomasseheizung alle Heizsysteme zusammengefasst, die organische Stoffe als Energieträger nutzen. Je nach Ausführung der Heizung können diese Stoffe fest, flüssig oder gasförmig sein, Hauptsache, es handelt sich um organisches Material. Der mit Abstand wichtigste Energielieferant für Biomasseheizungen, vor allem im privaten Umfeld, ist Holz beziehungsweise Holzabfälle. In großen Biomasseanlagen werden zudem sogenannte Energiepflanzen wie Mais und Raps oder biogene Stoffe wie Blätter und Wurzeln genutzt, um Biogas zu erzeugen.

Die Funktionsweise einer Biomasseheizung

Die Funktionsweise der meisten privaten Biomasseheizungen ist denkbar simpel: In der Brennkammer wird ein organischer Energieträger verbrannt und damit Wasser erhitzt, das anschließend an die verschiedenen Räume im Haus verteilt wird. Handelt es sich bei der Biomasseheizung nicht um eine Zentralheizung, entfällt die Erhitzung sowie Verteilung des Heizwassers – die Wärmeübertragung erfolgt dann über die Raumluft. Das klassische Beispiel für eine solche nicht wasserführende Biomasseheizung ist ein Kaminofen im Wohnzimmer.

Arten der Biomasseheizung

Wenn im privaten Umfeld von Biomasseheizungen gesprochen wird, ist damit in der Regel die eine oder andere Ausführung einer Holzheizung gemeint. Denn Holz wird in Ein- und Mehrfamilienhäusern bereits seit Jahrzehnten als Energieträger genutzt. In besonders alten Gebäuden finden sich Holzheizungen dabei vorwiegend als Kachel- oder Kaminöfen, während in sanierten Altbauten meist eher Hackschnitzel oder Pelletheizungen zum Einsatz kommen.

Zubau Pelletheizungen 2023

Letztere hat sich mittlerweile recht klar als Biomasseheizung Nummer eins in Deutschland etabliert. Das liegt vor allem an den verhältnismäßig günstigen Pellets, die hier als Energieträger zum Einsatz kommen. Zudem läuft die Pelletheizung, einmal aufgestellt und installiert, recht effizient und komfortabel. Gleichzeitig benötigt diese beliebte Art der Biomasseheizung allerdings auch eine Menge Platz im Heizungskeller und braucht eine regelmäßige Reinigung (Entaschung).

Was kostet eine Biomasseheizung?

Biomasseheizungen zählen zu den teureren Heizsystemen für das Einfamilienhaus. So kostet selbst ein wenig effizienter Kaminofen bis zu 15.000 Euro, während du bei Hackschnitzel- und Pelletheizungen sogar mit Anschaffungskosten zwischen 18.000 und 35.000 Euro rechnen musst. Allerdings kannst du als Hausbesitzer*in einen großen Teil dieser Anschaffungskosten vom Staat übernehmen lassen. Die staatliche Förderung beträgt zwischen 30 % bis 60 % der Anschaffungskosten. Das macht Pelletheizungen selbst gegenüber einer einfachen Gasheizung preislich konkurrenzfähig. Hier kannst du mehr über die Kosten einer Pelletheizung lesen.

Person nimmt eine Hand voll Holzpellets aus dem Vorrat
Holzpellets – der beliebteste Energieträger für Biomasseheizungen

Wie nachhaltig sind Biomasseheizungen wirklich?

Die große Frage bei Biomasseheizungen ist allerdings nicht ihre Funktionsweise oder ihr Preis, sondern vielmehr ihre Nachhaltigkeit. Denn: Holz, Mais, Raps und Co. sind zwar nachwachsende Rohstoffe, doch wie sinnvoll ist es überhaupt, solch begrenzte Ressourcen zu Heizzwecken einzusetzen?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich vor Augen führen, dass es sich gerade bei Holz zwar um einen nachwachsenden, aber trotz allem knappen Rohstoff handelt. Schließlich wird Holz nicht nur zum Heizen, sondern beispielsweise auch als Baumaterial immer wichtiger. Zudem erfüllen Bäume beziehungsweise Wälder einen weiteren, enorm wichtigen Zweck: sie speichern Kohlenstoffdioxid. Gerade in Zeiten weltweit angestrebter CO₂-Reduktion und Aufforstung von Wäldern ist es daher durchaus fraglich, ob man im privaten Umfeld Holz zu Heizzwecken verbrennen sollte.

Holzpellets, die meist aus industriellen Holzabfällen gefertigt werden, sind etwas weniger kritisch zu betrachten. Allerdings sind auch Holzabfälle eine begrenzte Ressource, weshalb längst nicht alle Haushalte in Deutschland Pellets zur Wärmegewinnung nutzen können.

Sonderfall Biogas

Auch Gasheizungen, die mit Biogas betrieben werden, zählen streng genommen zu den Biomasseheizungen. Allerdings ist Biogas als Energieträger nach wie vor sehr begrenzt und nicht ganz unstrittig. Das liegt vor allem daran, dass Biogas heute zu einem großen Teil aus Mais und Raps und nicht aus biogenen Abfällen oder Mist gewonnen wird. Zugleich sind Mais und Raps jedoch auch wichtige Grundnahrungsmittel, bei denen es zumindest fraglich ist, inwieweit diese zur Gewinnung von Biogas eingesetzt werden sollten.

Die Vor- und Nachteile einer Biomasseheizung

Biomasseheizungen haben, wie jedes andere Heizsystem auch, diverse Vor- und Nachteile. Hier bekommst du alle Details zu den Vor- und Nachteilen einer Pelletheizung. Die Entscheidung für oder gegen eine Biomasseheizung ist häufig eher eine Frage der persönlichen Einstellung zur Nachhaltigkeit dieser Heizungsart.

Nachteile Vorteile
Biomasseheizungen sind teuer in der Anschaffung … aber werden großzügig vom Staat bezuschusst (Pelletheizung)
Biomasseheizungen benötigen viel Platz im Heizungskeller … aber sind komfortabel und effizient im Betrieb
Organische Energieträger sind knapp und aus ökologischer Sicht kritisch … aber erzeugen in der Theorie klimafreundliche Wärme

Die Wärmepumpe als Alternative zur Biomasseheizung

Biomasseheizungen sind, trotz aller Bedenken bezüglich der eingesetzten Energieträger, natürlich deutlich umweltfreundlicher als Öl- oder Gasheizungen. Trotzdem solltest du vor dem Kauf bedenken, dass organische Stoffe wie Holz oder Mais als Energieträger nicht ganz unbedenklich sind.

Ein Heizsystem, das hingegen ohne solch kritische Rohstoffe auskommt, ist die Wärmepumpe. Diese nutzt statt organischer Stoffe die Energie der Umgebungsluft, des Erdreichs oder des Grundwassers, um das Haus mit Wärme zu versorgen. All diese Energieträger sind nahezu unbegrenzt verfügbar.

Aber nicht nur beim Energieträger hat die Wärmepumpe gegenüber Biomasseheizungen die Nase vorn. Wärmepumpen benötigen zudem deutlich weniger Platz als beispielsweise Pelletheizungen und sind oft auch günstiger in der Anschaffung. Außerdem erhältst du beim Kauf einer Wärmepumpe ebenfalls eine staatliche Förderung von 30 bis 70 %.

Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags wurden nach sorgfältiger Recherche zusammengetragen. Trotzdem können sich gesetzliche Regelungen stetig ändern. heimWatt übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der getroffenen Aussagen.