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Dimensionierung deines Stromspeichers

Die optimale Speichergröße ist eine der häufigsten Fragen bei der Planung einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher. Wie viel kWh Kapazität brauchst du wirklich? Was beeinflusst die Dimensionierung und wann lohnt sich ein größerer Speicher? Hier findest du eine Orientierung mit allen wichtigen Einflussfaktoren.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

So findest du deine Photovoltaik-Speichergröße

Wenn du die Größe deines Stromspeichers grob überschlagen möchtest, hilft eine einfache Faustformel: Die nutzbare Speicherkapazität sollte etwa 1 kWh pro Kilowatt Peak Anlagenleistung betragen. Das heißt, die Speichergröße entspricht in der Regel der Leistung deiner PV-Anlage.

Wenn du eine 5-kWp-PV-Anlage kaufst, dann passt dazu ein Batteriespeicher mit circa 5 kWh nutzbarer Kapazität. Bei einer 10-kWp-Solaranlage wären es entsprechend rund 10 kWh. Diese Formel ist allerdings nur ein erster Anhaltspunkt. Für die korrekte Dimensionierung solltest du immer einen Fachbetrieb hinzuziehen.

Einflussfaktoren auf die optimale Größe des Stromspeichers

Die richtige Speichergröße ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die zusammenspielen. Den größten Einfluss hat die Leistung deiner Photovoltaikanlage. Aber auch dein Stromverbrauch, dein Verbrauchsverhalten und der angestrebte Autarkiegrad spielen eine wichtige Rolle. Im Folgenden erfährst du, welche Faktoren entscheidend sind und wie sie sich auf die Dimensionierung auswirken.

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Kurze Begriffsklärung: Eigenverbrauch meint den Solarstrom, den du selbst nutzt und nicht ins Netz einspeist. Autarkie dagegen beschreibt den Grad deiner Unabhängigkeit vom Stromnetz. Du kannst zum Beispiel 60 Prozent deines selbst erzeugten Solarstroms selbst verbrauchen (Eigenverbrauch) und gleichzeitig nur zu 45 Prozent autark sein, weil du für den Rest weiterhin Strom aus dem Netz beziehst.

Jahresstromverbrauch

Detailaufnahme des Zählerstandes eines Stromzähler in kWh

 

Der erste Anhaltspunkt für die Speicherdimensionierung ist dein Jahresstromverbrauch. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Durchschnitt etwa 4.200 kWh pro Jahr. Um genauer zu kalkulieren, solltest du unbedingt deinen individuellen Durchschnittswert aus den letzten Stromrechnungen ermitteln.

Durchschnittliche jährliche Stromverbräuche nach Haushaltsgröße:

Haushaltsgröße Jährlicher Stromverbrauch
1 Person 2.300 kWh
2 Personen 3.000 kWh
3 Personen 3.800 kWh
4 Personen 4.500 kWh
5 Personen > 5.000 kWh

 

Verbrauchsverhalten

Wer vor allem abends Strom verbraucht, braucht einen größeren Batteriespeicher als jemand, der den Großteil seines Stroms mittags abnimmt. Am Abend produziert deine Photovoltaikanlage deutlich weniger Strom. Mit ausreichender Speicherkapazität lässt sich die gesamte Mittagsspitze zwischenspeichern und erst am Abend abrufen. Analysiere daher dein Verbrauchsverhalten, bevor du dich für eine Speichergröße entscheidest.

Anlagengröße

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe deiner Photovoltaikanlage. Ist deine Anlage für deinen Verbrauch verhältnismäßig groß, zum Beispiel 10 kWp bei einem Jahresverbrauch von 3.000 kWh, hast du hohe Mengen an überschüssigem Strom, der sonst ins Netz fließen würde. Mit einem großen Batteriespeicher sind hier hohe Autarkiegrade möglich. Ist die Leistung der PV-Anlage dagegen gering, macht ein großer Speicher wenig Sinn.

Modulausrichtung

Auch die Ausrichtung deiner Module beeinflusst die Speichergröße. Bei einer Anlage mit Südausrichtung musst du in der Regel einen größeren Stromspeicher einplanen als bei einer Ost-West-Ausrichtung. Der Grund liegt in deinem Verbrauchsverhalten: Die meisten Haushalte benötigen morgens und abends am meisten Strom. Eine Ost-West-Anlage deckt diese Verbrauchsspitzen besser ab. Eine Südanlage produziert den meisten Strom mittags und braucht deshalb mehr Speicherkapazität, um auch den Abend- und Morgenbedarf vollständig abzudecken.

Gewünschter Autarkiegrad

Je mehr Autarkie du anstrebst, desto größer muss dein Batteriespeicher dimensioniert werden. In Einfamilienhäusern werden in der Regel Stromspeicher mit einer nutzbaren Kapazität von 5 bis 15 kWh verbaut. Die Faustformel gilt hier erneut: etwa 1 kWh Speicherkapazität pro kWp Anlagenleistung. Bei einem Haushalt mit 4.200 kWh Jahresverbrauch und einer 8-kWp-PV-Anlage erreichst du mit einem 7 bis 8 kWh Speicher circa 80 Prozent Autarkie.

Gewünschter Eigenverbrauchsanteil

Alternativ zum Autarkiegrad kannst du die Dimensionierung auch an deinem gewünschten Eigenverbrauchsanteil ausrichten. Auch hier gilt: Je höher dein angestrebter Eigenverbrauchsanteil, desto größer sollte dein Speicher sein.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit deines Speichers solltest du immer im Blick behalten. Wer einen sehr hohen Autarkiegrad oder Eigenverbrauchsanteil anstrebt, braucht einen großen Stromspeicher und das erfordert eine entsprechend höhere Anfangsinvestition. Häufig ist es jedoch sinnvoller, eine überwiegende Autarkie mit einem mittelgroß dimensionierten Speicher anzustreben. Die Investitionskosten bleiben überschaubar, und der Speicher ist über das Jahr hinweg besser ausgelastet.

Ein zu großer Speicher produziert ein Problem: Wenn deine Photovoltaikanlage nicht genug Strom erzeugt, um ihn vollständig zu befüllen, bleibt ein Großteil der Kapazität ungenutzt. Im schlimmsten Fall verlängert sich die Amortisationszeit durch Überdimensionierung so weit, dass sich der Kauf innerhalb der Lebensdauer nicht mehr rechnet. Dimensioniere daher immer mit Maß.

Wie viel Autarkie beziehungsweise Eigenverbrauch du bei welcher Speichergröße erreichst, kann dir ein Fachbetrieb prognostizieren, inklusive einer Wirtschaftlichkeitsprognose. Du kannst die Wirtschaftlichkeitsberechnung aber auch selbst durchführen: Berechne für jede Speichergröße, wie viel Stromkosten du jährlich einsparst. Addiere dazu die jährlichen Einnahmen aus der Einspeisevergütung. Hochgerechnet auf 20 bis 25 Jahre und abzüglich der Anfangsinvestition ergibt sich ein erstes Bild der Rentabilität. Prognosen durch Fachbetriebe sind in der Regel deutlich genauer.

Langfristig denken: Reicht meine Speichergröße auch künftig?

E-Auto wird über Wallbox mit Strom betankt

 

Denke langfristig bei der Dimensionierung deines Stromspeichers. Eine nachträgliche Erweiterung ist nur dann möglich, wenn du dich für ein modulares Speichermodell entschieden hast. Außerdem fallen dabei zusätzliche Installationskosten an.

Langfristig denken bedeutet konkret: Überlege, ob sich dein Strombedarf in den kommenden Jahren wesentlich verändern wird. Das kann ein höherer Verbrauch durch ein E-Auto sein oder ein niedrigerer, weil Kinder ausziehen. Tendenziell ist eher von steigendem als von sinkendem Stromverbrauch auszugehen, da die allgemeine Elektrifizierung weiter voranschreitet. Das moderne Haus der Zukunft wird mit einer strombetriebenen Wärmepumpe beheizt, nutzt Smart-Home-Systeme und hat ein E-Auto in der Garage. Die gesamte Energieversorgung beruht fast vollständig auf Strom.

Aus diesen Gründen kann dein Stromverbrauch langfristig steigen

  • Anschaffung eines E-Autos
  • Heizungstausch und Anschaffung einer Wärmepumpe
  • Einbau eines Smart-Home-Systems
  • Familienzuwachs beziehungsweise mehr Bewohner*innen im Haus
  • Anschaffung neuer Elektrogeräte

Aus diesen Gründen kann dein Stromverbrauch langfristig sinken

  • Auszug von Kindern
  • Steigende Energieeffizienz von Haushaltsgeräten
  • Abschaffung von Haushaltsgeräten

Eine genaue Prognose des künftigen Stromverbrauchs ist natürlich schwierig. Unsere Empfehlung: Besprich absehbare Änderungen in deinem Verbrauchsverhalten mit unseren Energieexpert*innen. Wir können die Speichergröße anschließend entsprechend anpassen.

Tipp: Dimensionierung immer von Fachleuten durchführen lassen

Auch wenn unsere Tipps und die oben genannte Faustformel erste Anhaltspunkte geben, empfehlen wir dir, deinen PV-Speicher nicht auf eigene Faust zu dimensionieren und mit einer fixen Größenanforderung auf einen Installationsbetrieb zuzugehen. Fachbetriebe haben neben Praxiserfahrung professionelle Planungssoftware, die die ideale Speichergröße unter Einbezug zahlreicher Faktoren kalkuliert.

Häufige Fragen zur Speichergröße

Kann ein Stromspeicher zu groß sein?

Ja. Wenn du eine verhältnismäßig kleine Solaranlage von etwa 5 kWp mit einem 20-kWh-Speicher kombinierst, ist das eine klare Überdimensionierung. Deine Photovoltaikanlage produziert dann nicht ausreichend Strom, um den Speicher vollständig zu befüllen — und die Anschaffungskosten können während der Lebensdauer des Speichers nicht durch Stromkostenersparnisse ausgeglichen werden.

Es gibt dennoch Fälle, in denen ein größerer Speicher sinnvoll ist: wenn du eine besonders hohe Autarkie anstrebst, weil dein Haus abgelegen liegt, oder wenn du eine baldige Anlagenerweiterung oder die Anschaffung eines E-Autos planst.

Kann ein Stromspeicher zu klein sein?

Genauso wie ein Speicher zu groß sein kann, kann auch der umgekehrte Fall eintreten. Entscheidest du dich für einen deutlich zu kleinen Speicher, kannst du nur wenig Solarstrom zwischenspeichern und musst mehr Überschuss ins Netz einspeisen. Der Nachteil: Für die Einspeisung erhältst du aktuell nur etwa 7,78 Cent pro kWh, während du beim Eigenverbrauch durch hohe Strompreise oft mehr als 30 Cent pro kWh einsparst. Eigenverbrauch lohnt sich also deutlich mehr als Einspeisung.

Wie groß muss mein Stromspeicher bei einer 10-kWp-PV-Anlage sein?

Bei einer 10-kWp-PV-Anlage empfiehlt sich ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von etwa 10 kWh. Das ist jedoch nur ein grober Richtwert zur ersten Orientierung. Vor dem Kauf solltest du die Dimensionierung unbedingt durch eine Fachkraft vornehmen lassen, die deinen individuellen Stromverbrauch und deinen gewünschten Autarkiegrad berücksichtigt.

Kann ich meinen Stromspeicher nachträglich erweitern?

Ob eine nachträgliche Erweiterung möglich ist, hängt vom gewählten Speichermodell ab. Viele Batteriespeicher sind modular erweiterbar. Du kannst die nutzbare Kapazität also nachträglich aufstocken. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn du dir ein E-Auto anschaffst oder dein Stromverbrauch durch Familienzuwachs steigt. Bei heimWatt hast du die Wahl zwischen verschiedenen modular erweiterbaren Speichersystemen, zum Beispiel der Sungrow SBR- oder SBH-Serie.

Wie groß muss mein Speicher sein, damit ich autark bin?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wie groß dein Speicher für eine angestrebte Autarkie sein muss, hängt stark von deinem Stromverbrauch und deinem Verbrauchsverhalten ab. In jedem Fall musst du deinen Speicher bei einer angestrebten nahezu vollständigen Autarkie deutlich größer dimensionieren als üblich. Das lohnt sich meist nur dann, wenn das Haus nicht ans öffentliche Stromnetz angebunden ist.

Vollständige Autarkie ist häufig schwer erreichbar, vor allem in den Wintermonaten, wenn die Sonneneinstrahlung gering und der Heizbedarf hoch ist. Dennoch gibt es viele erfolgreiche Praxisbeispiele, bei denen sich Häuser fernab des öffentlichen Stromnetzes ausschließlich mit Solarstrom versorgen. Auch im Outdoor- und Campingbereich ist die autarke Versorgung mit PV-Anlage und Batteriespeicher gängig. Hier findest du mehr zum Thema autarkes Haus.

Wie lange hält ein Stromspeicher?

Die Lebensdauer eines Stromspeichers variiert stark und hängt vom Modell und der individuellen Nutzung ab. In der Regel hält ein PV-Speicher etwa 5.000 Ladezyklen. Es gibt aber auch Speicher mit bis zu 10.000 Ladezyklen. Realistisch sind etwa 250 Ladezyklen pro Jahr. Bei 5.000 Ladezyklen insgesamt bedeutet das eine Betriebsdauer von circa 20 Jahren. Den richtigen Aufstellungsort für deinen Batteriespeicher solltest du dabei immer mitdenken — er beeinflusst Effizienz und Lebensdauer maßgeblich.