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Solarmodul – Das solltest du vor dem Kauf beachten

Ein Solarmodul wandelt Sonnenlicht in nutzbaren Solarstrom um – und bildet damit das Herzstück jeder PV-Anlage. Doch was kosten Solarmodule, welche Typen gibt es, und welche Eigenschaften sind beim Kauf wirklich entscheidend? Hier bekommst du die wichtigsten Antworten rund um das Thema Solarmodule.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Was ist ein Solarmodul?

Solarmodule, auch Photovoltaikmodule genannt, erzeugen mithilfe von Sonneneinstrahlung erneuerbaren Strom. Während die Stromproduktion mit Solarmodulen vor einigen Jahren noch sehr teuer war, sind die Modulpreise mittlerweile deutlich gesunken, sodass sich Solarmodule für Hausbesitzer*innen heute richtig lohnen.

Solarmodule solltest du nicht mit Solarkollektoren verwechseln, die Sonnenenergie zur Produktion von Wärme nutzen. Optisch unterscheiden sie sich dadurch, dass Solarmodule aus 60 oder 72 sichtbaren Solarzellen auf der Moduloberfläche bestehen und meist schwarz oder dunkelblau gefärbt sind. Bei Sonnenkollektoren sind hingegen in der Regel Rohre sichtbar.

Aktuelle Kosten & Preise von Solarmodulen

Die Preise für Photovoltaikmodule sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Inzwischen ist die Technologie ausgereift und obwohl es regelmäßig technologische Neuerungen gibt, sinken die Preise nur noch moderat. Aktuell kostet ein Solarmodul im Einkauf beim Hersteller etwa 0,12 bis 0,25 Cent pro Watt. Als Privatkund*in zahlst du am Ende hingegen 0,20 bis 0,40 Cent pro Watt, da Transport und Installationskosten im reinen Herstellungspreis noch nicht enthalten sind. Das heißt: Standard-Solarmodule mit 400 bis 450 Watt sind aktuell für etwa 85 bis 120 Euro erhältlich. 450-Watt-Premium-Module kosten hingegen 120 bis 150 Euro.

Auf diese Produkteigenschaften solltest du beim Kauf achten

Modulleistung

Die Modulleistung gibt an, wie viel Strom dein Solarmodul theoretisch erzeugen kann. Typisch sind Modulleistungen zwischen 350 und 450 Watt. Wie viel Strom tatsächlich erzeugt wird, hängt jedoch vor allem von der Sonneneinstrahlung ab. Durchschnittlich können pro 1.000 Watt Solarleistung jährlich etwa 1.000 kWh erzeugt werden. Das heißt, drei Solarmodule produzieren ungefähr 1.000 kWh Strom im Jahr.

Welche Modulleistung du benötigst, hängt von deinem Stromverbrauch und der Größe deiner freien Dachfläche ab. Hast du nur wenig freie Dachfläche, aber einen hohen Stromverbrauch, solltest du Hochleistungs-Solarmodule wählen. Steht mehr Fläche zur Verfügung als nötig, kannst du auch Module mit einer etwas niedrigeren Leistung einsetzen.

Du interessierst dich für die Leistung von PV-Modulen, lese dann weiter über den Wirkungsgrad bei Photovoltaik.

Garantie

Die übliche Mindestgarantie für ein Solarmodul umfasst eine 10-jährige Produktgarantie und eine 25-jährige Leistungsgarantie. Mit der Produktgarantie versprechen die Hersteller, dass die Module keine Materialschäden aufweisen. Treten innerhalb dieser Zeit Materialschäden auf, übernimmt der Hersteller die Kosten für Reparatur oder Austausch. Die Leistungsgarantie wiederum gewährleistet auch nach jahrelangem Betrieb eine gewisse Mindestleistung. Beim Kauf lohnt es sich, die Garantiebedingungen zu vergleichen und im Zweifel dem Modul mit den längeren Garantien den Vorzug zu geben.

Kann mein Dach die Solarmodule tragen?

Auf den meisten Ziegeldächern können Photovoltaikmodule jedes Typs problemlos befestigt werden. Vor der Installation sollte das Dach allerdings intakt sein und in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht erneuert werden müssen, sonst müssten die PV-Module für eine Dachsanierung wieder demontiert werden. Kann das Dach aus anderen Gründen nur wenig Gewicht tragen, empfiehlt sich die Wahl von Glas-Folien-Modulen oder Dünnschichtmodulen, die deutlich leichter sind als Glas-Glas-Solarmodule.

Leistungstoleranz der Module

Obwohl Solarmodule inzwischen in Massenproduktion hergestellt werden, kommt es immer wieder zu leichten Leistungsabweichungen zwischen einzelnen Modulen. Die Hersteller müssen daher angeben, wie groß diese Abweichung ausfallen kann. Mittlerweile geben viele Hersteller eine positive Leistungstoleranz an, um Unzufriedenheit aufgrund zu geringer Erträge zu vermeiden. Wähle daher bevorzugt Module, die auf dem Datenblatt eine positive Leistungstoleranz ausweisen.

Wie viel Platz nimmt ein Solarmodul auf dem Dach ein?

Die meisten Solarmodule haben Maße von etwa 1 × 1,7 Meter. Module mit 72 Solarzellen sind hingegen fast zwei Meter hoch. Mit diesen Maßen lässt sich gut abschätzen, wie viele Module auf deinem Dach Platz finden. Beachte dabei, dass ein gewisser Abstand zum Dachrand eingehalten werden muss. Auch störende Objekte wie Schornsteine oder Antennen können die Anzahl der platzierbaren Module reduzieren.

Welche Hersteller von Solarmodulen gibt es?

Die weltweit größten Hersteller von Solarmodulen sind die chinesischen Unternehmen Jinko Solar, Trina Solar und Ja Solar. Auch das kanadische Unternehmen Canadian Solar hat einen wesentlichen Anteil am Weltmarkt. Weitere bekannte Hersteller sind Hyundai, Sharp, Sunpower, LG, Q-Cells, First Solar und Yingli. Aber auch deutsche Unternehmen wie Luxor oder Axitec produzieren Solarmodule mit hoher Qualität.

Wie viele Jahre hält ein Solarmodul?

Wie die Leistungsgarantie von 25 Jahren bereits andeutet, können Solarmodule problemlos 25 Jahre lang betrieben werden. Vermutlich ist sogar ein Betrieb weit über 30 Jahre hinaus realistisch. Beachte jedoch, dass die Leistung der Module jedes Jahr um etwa 0,5 bis 0,7 Prozent nachlässt. Nach 25 Jahren haben die Module daher nur noch etwa 80 bis 85 % ihrer Ausgangsleistung. Da sich die Anlage bis dahin längst amortisiert hat, bleibt die PV-Anlage auch dann noch lohnenswert.

Typen von Solarmodulen

Mono- und polykristallin

Die wichtigste Unterscheidung bei Solarmodulen ist die zwischen mono- und polykristallinen Modulen. Monokristalline Solarmodule enthalten reines Silizium und werden aus einem einzigen Siliziumblock gefertigt. Polykristalline Solarmodule hingegen enthalten viele Siliziumkristalle unterschiedlicher Größe, was sie eher bläulich färbt, günstiger macht, aber auch etwas weniger effizient. Monokristalline Module haben eine ansprechende schwarze Optik und eine höhere Leistung. Sie haben sich daher im Bereich der Solaranlagen für Einfamilienhäuser etabliert und sind heute die Standardlösung für private Dächer. Erfahre mehr über mono- und polykristallinen Photovoltaik-Modulen.

Luxor_ecoline_P60
polykristallines Modul
LG_Neon2_Black
monokristallines Photovoltaikmodul

Dünnschichtmodule

Diese sehr dünnen Solarmodule bestehen aus amorphem Silizium. Durch ihre geringe Dicke sind Dünnschichtmodule sehr leicht und flexibel. Sie kommen vor allem bei Flachdächern mit geringer Tragfähigkeit zum Einsatz. Da ihr Wirkungsgrad mit 6 bis 10 Prozent allerdings vergleichsweise niedrig ist, werden sie ansonsten nur selten verwendet. Eine Variante sind CIGS-Module, die mit 15 Prozent schon deutlich effizienter sind und röhrenförmige Absorber besitzen.

Hybridmodule

Hybridmodule kombinieren Photovoltaik mit Solarthermie und können gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen. Die in den Solarmodulen entstehende Wärme wird dabei über einen Kühlkreislauf abgegeben und zur Warmwassererzeugung genutzt. Da Solarmodule bei niedrigen Temperaturen effizienter arbeiten, wird so zugleich die Stromproduktion erhöht. Bisher kommen Hybridmodule allerdings kaum zum Einsatz – ein Grund dafür sind die deutlich höheren Produktionskosten.