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Maximum Power Point Tracking (MPPT) – volle Leistung für deine Solaranlage

Maximum Power Point Tracking, kurz MPPT, sorgt dafür, dass deine Solaranlage zu jedem Zeitpunkt die maximale Leistung abrufen kann. Doch was genau ist der Maximum Power Point, wie beeinflusst ihn das Wetter und was passiert bei Verschattung? Hier bekommst du die Antworten, wie  gewohnt kompakt und verständlich erklärt.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Maximum Power Point und MPP-Tracking

Der Maximum Power Point — kurz MPP — bezeichnet bei einer Solaranlage den Punkt maximaler Leistung. Er ergibt sich als Produkt aus der Stromstärke I und der Spannung U innerhalb des Solarmoduls. Verschiedene Einflussfaktoren — allen voran Temperatur und Verschattung — lassen den MPP dabei ständig schwanken. Bei zunehmendem Lichteinfall steigt die Stromstärke I, während die erhöhte Temperatur in der Solarzelle gleichzeitig die Spannung U senkt.

Genau hier setzt das Maximum Power Point Tracking (MPP-Tracking) an. Es sorgt dafür, dass deine Solaranlage trotz dieser externen Einflussfaktoren immer am Punkt maximaler Leistung arbeitet — also dort, wo das Produkt aus Stromstärke und Spannung am größten ist. Frei übersetzt könnte man das MPP-Tracking auch als kontinuierliche Suche nach dem maximalen Leistungspunkt bezeichnen.

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Welche Faktoren beeinflussen den MPP?

Der Maximum Power Point verändert sich immer dann, wenn sich Spannung oder Stromstärke ändern. Besonders zwei Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Die Sonneneinstrahlung hat direkten Einfluss auf die Leistung deiner Solaranlage. Je mehr Licht auf die Solarzellen trifft, desto höher die Stromstärke I. Dabei schwankt die Strahlungsintensität nicht nur je nach Bewölkung, sondern auch im Tagesverlauf: Zur Mittagszeit erreicht sie ihr Maximum, in den frühen Morgen- und späten Abendstunden fällt sie spürbar geringer aus.

Genauso wirkt die Temperatur der Solarmodule auf den MPP ein. Mit steigender Temperatur nimmt die Spannung U ab. Das bedeutet: Mit jedem Wetterumschwung verschiebt sich auch der Leistungspunkt der Anlage. Der Wirkungsgrad der Solarmodule hängt also nicht nur von der Sonnenmenge, sondern auch von der Wärme ab, die dabei entsteht.

Wie funktioniert das Maximum Power Point Tracking?

Das MPP-Tracking findet bei netzgebundenen Solaranlagen in der Regel am Wechselrichter statt. Dort übernimmt ein sogenannter Microcontroller die Aufgabe: Er überwacht den Zustand der Solarzellen fortlaufend und passt die Ausgangs- beziehungsweise die Netzspannung am Wechselrichter entsprechend an. Da der MPP das Produkt aus Stromstärke I und Spannung U ist, lässt sich durch gezielte Spannungsregulierung sicherstellen, dass die Anlage so lange wie möglich an oder nahe ihres Leistungsmaximums arbeitet.

Veranschaulicht wird der MPP üblicherweise in einem Diagramm mit den Achsen I (Stromstärke) und U (Spannung). Multipliziert man beide Werte, ergibt sich ihr größtmögliches Produkt. Dieses wird im Diagramm über die sogenannte MPP-Kennlinie dargestellt. Entlang dieser Kurve ermittelt der MPP-Tracker für jeden Betriebszustand die maximal mögliche Leistung der Anlage.

Grafische Darstellung eines Maximum Power Points
Stündle, Public domain, via Wikimedia Commons

 

Den Leistungspunkt zu ermitteln ist aber nur der erste Schritt. Er muss auch erreicht und so lange wie möglich gehalten werden. Dafür stehen dem MPP-Tracker verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Spannungserhöhungs-Verfahren

Das einfachste Verfahren, um auf wechselnde Sonneneinstrahlung zu reagieren, ist die kontrollierte Spannungserhöhung. Der MPP-Tracker steigert die Spannung innerhalb der Module schrittweise, bis er einen Leistungsabfall registriert. Dieser Abfall zeigt an, dass der MPP überschritten wurde — woraufhin die Spannung wieder gesenkt wird. So bleibt die Anlage auch bei stark wechselndem Lichteinfall möglichst nah an ihrem Leistungsmaximum. Ähnlich funktioniert das Lastsprung-Verfahren, das den MPP jedoch nie exakt, sondern nur näherungsweise erreicht.

Schattenmanagement

Nicht nur wechselnde Sonneneinstrahlung, auch wandernde Schatten verändern den Maximum Power Point. Wenn in einem String — also einer Reihe parallel geschalteter Solarmodule — einzelne Module verschattet sind, würde das MPP-Tracking ohne Gegenmaßnahme nur noch das lokale Maximum der betroffenen Module finden, nicht mehr das globale Maximum des gesamten Strings.

Hier greift das Schattenmanagement im Wechselrichter. Unabhängig vom Spannungserhöhungs-Verfahren wird dabei alle fünf bis zehn Minuten die MPP-Kennlinie des gesamten Solargenerators überprüft und nach dem globalen Maximum durchsucht. Das stellt sicher, dass auch bei Teilverschattung stets die maximale Leistung des Strings abgerufen werden kann.

Leistungsoptimierer einsetzen

Wandert die Verschattung im Tagesverlauf über die Anlage, kann der Einsatz von Leistungsoptimierern sinnvoll sein. Sie werden direkt hinter dem betroffenen Solarmodul angebracht und verlagern die MPP-Auswahl vom Wechselrichter ans Modul selbst. Dadurch fällt nur noch das verschattete Modul in seiner Leistung ab — die übrigen Module im selben String bleiben davon unberührt. Besonders effektiv sind Leistungsoptimierer bei horizontalen Schatten oder bei Schattenwürfen durch Masten oder Kamine.

Was tun bei dauerhaft verschatteten Modulen?

Bei dauerhafter Verschattung helfen weder das beste Schattenmanagement noch das MPP-Tracking wirklich weiter. In diesem Fall solltest du darauf achten, dass verschattete und nicht verschattete Modulbereiche am Wechselrichter getrennt angeschlossen werden. So lassen sich Ertragsminderungen durch dauerhafte Verschattung gezielt vermeiden.

Fazit: Mit MPP-Tracking zum maximalen Solarertrag

Das Maximum Power Point Tracking ist ein technisches, aber entscheidendes Thema, wenn du dich mit deiner Solaranlage ernsthaft beschäftigst. Es sorgt dafür, dass deine Anlage unabhängig von äußeren Einflüssen — Sonneneinstrahlung, Temperatur, Verschattung — immer an ihrem Leistungsmaximum betrieben wird. Das Ergebnis: mehr PV-Strom, bessere Wirtschaftlichkeit, höherer Eigenverbrauch.

Als Betreiber*in einer Solaranlage musst du dich im Normalfall nicht selbst um das MPP-Tracking kümmern. Mit der richtigen Anlagenplanung, dem passenden Wechselrichter und gegebenenfalls Leistungsoptimierern arbeitet deine Anlage quasi von alleine am Leistungsmaximum. Mehr dazu erfährst du im Ratgeber zum Energiemanagementsystem für PV-Anlagen.

Häufige Fragen zum Maximum Power Point Tracking

Was ist der Maximum Power Point (MPP)?

Der Maximum Power Point ist der Punkt maximaler Leistung einer Solaranlage. Er ergibt sich als Produkt aus Stromstärke I und Spannung U innerhalb des Solarmoduls. Da sich beide Werte mit Temperatur und Sonneneinstrahlung ständig verändern, ist der MPP kein fixer Wert, sondern ein dynamischer Betriebspunkt.

Wo findet das MPP-Tracking statt?

Bei netzgebundenen Solaranlagen übernimmt in der Regel der Wechselrichter das MPP-Tracking. Ein integrierter Microcontroller überwacht den Zustand der Solarzellen fortlaufend und reguliert die Ausgangsspannung so, dass die Anlage möglichst nah am Leistungsmaximum arbeitet.

Was passiert bei Verschattung?

Bei Teilverschattung kann das MPP-Tracking ohne Gegenmaßnahmen nur noch ein lokales Leistungsmaximum finden, nicht das globale. Das integrierte Schattenmanagement des Wechselrichters überprüft deshalb alle fünf bis zehn Minuten die MPP-Kennlinie des gesamten Solargenerators und sucht nach dem globalen Maximum. Bei wandernden Schatten können zusätzlich Leistungsoptimierer helfen, die den MPP direkt am Modul bestimmen.

Muss ich das MPP-Tracking selbst einstellen?

Nein. Bei einer fachgerecht geplanten und installierten Solaranlage läuft das MPP-Tracking vollautomatisch im Hintergrund. Du profitierst davon, ohne selbst eingreifen zu müssen. Wichtig ist lediglich, dass Wechselrichter, Modulauswahl und Verschaltung zur Anlage und zum Standort passen — das regelt eine gute Planung im Vorfeld.