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Photovoltaik-Dach ohne Ziegel: Solarziegel und Indach-Photovoltaikanlage

Du interessierst dich für ein Solardach ohne Ziegel? Im Wesentlichen hast du dann zwei Optionen: Solardachziegel oder eine Indach-Photovoltaikanlage. Beide kommen ohne klassische Dachpfannen und Photovoltaik-Unterkonstruktion aus und überzeugen optisch. Wie sieht es allerdings mit den Kosten und dem Ertrag aus? Welche Vor- und Nachteile haben die beiden Varianten und warum eine klassische PV-Anlage meist doch die bessere Alternative ist, erfährst du hier.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Option 1: Photovoltaik-Dach mit Solarziegeln

Die erste Möglichkeit für ein Solardach ohne Ziegel ist die Eindeckung mit Solardachziegeln. Diese Hightech-Ziegel unterscheiden sich optisch und in der Montage kaum von klassischen Dachpfannen. Der entscheidende Unterschied: In Solarziegeln sind Solarzellen integriert, sodass sie neben der Dacheindeckung gleichzeitig Solarstrom erzeugen. Das macht sie zu einer interessanten Option für Hausbesitzer*innen, die möglichst unauffällig Strom vom eigenen Dach beziehen möchten.

Solardachziegel auf einem Hausdach mit hellen Dachpfannen vor blauem Himmel
Solardachziegel auf einem Hausdach

 

Vor- und Nachteile von Solarziegeln

Der größte Vorteil der Solardachziegel ist ihre elegante, unauffällige Optik. Dazu kommen zwei weitere Pluspunkte: Solarziegel eignen sich auch für besonders schräge oder verwinkelte Dächer und sie sind oft die einzige Möglichkeit, auf denkmalgeschützten Gebäuden eigenen Solarstrom zu produzieren.

Diesen Vorteilen stehen jedoch gewichtige Nachteile gegenüber. Solarziegel kosten deutlich mehr als herkömmliche PV-Module, liefern dabei aber bis zu 33 % weniger Ertrag. Diese Preis-Leistungs-Problematik solltest du dir bewusst machen, bevor du dich für diese Option entscheidest. Dazu kommt ein erheblicher Installationsaufwand, weil jede einzelne Dachpfanne separat verkabelt werden muss.

Vorteile Nachteile
Ansprechende und unauffällige Optik Sehr hohe Kosten pro Kilowatt Peak
Auch für schräge und verwinkelte Dächer geeignet Bis zu 33 % schlechterer Ertrag im Vergleich zu Solarmodulen
Erfüllt Anforderungen an den Denkmalschutz Hohe Störanfälligkeit
Deutlich höhere Kosten im Bestand

 

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Option 2: Indach-Photovoltaikanlage

Indach-Photovoltaikanlagen werden, wie der Name schon sagt, direkt in das Dach eingelassen. Anders als herkömmliche PV-Anlagen benötigen sie weder einen Untergrund aus Dachpfannen noch Dachhaken zur Befestigung. Ähnlich wie Solarziegel sprechen Indach-Module vor allem Hausbesitzer*innen an, denen die Optik ihres Dachs besonders wichtig ist. Auch für Neubauten sind sie interessant. Wer sein Dach ohne Ziegel direkt als Photovoltaik-Dach planen möchte, kann mit Indach-Modulen von Anfang an beides in einem umsetzen.

Nahaufnahme einer Indach-Anlage auf einem Photovoltaik-Dach ohne Ziegel
Indach-Photovoltaikanlage als Teil eines PV-Dachs

 

Vor- und Nachteile von Indach-Photovoltaik

Indach-Photovoltaikanlagen punkten neben ihrer Optik mit hoher mechanischer Stabilität. Einmal installiert, belasten sie das Dach weniger als klassische Aufdach-Module. Im Neubau lässt sich außerdem Geld sparen, weil du keine separaten Dachpfannen und keinen zusätzlichen Dachdecker*in für die Eindeckung benötigst.

Dieser möglichen Kostenersparnis bei der Dacheindeckung stehen jedoch vergleichsweise hohe Modulpreise gegenüber. Selbst im Neubau musst du mit etwa 10 bis 20 Prozent Mehrkosten im Vergleich zu einer klassischen PV-Anlage rechnen. Dazu kommt ein technisches Problem: Indach-Module brauchen eine aufwendige Abdichtung und haben in der Regel keine oder nur eine schlechte Hinterkühlung. Das führt dazu, dass sich die Module stärker erhitzen und dadurch Leistung verlieren.

Vorteile Nachteile
Ansprechende und elegante Optik Sehr hohe Kosten pro Modul
Hohe mechanische Stabilität Aufwendige Abdichtung notwendig
Schlechte Hinterkühlung und dadurch geringere Effizienz

 

Lohnt sich der Mehraufwand für ein Photovoltaik-Dach ohne Ziegel?

Solardachziegel und Indach-Photovoltaik lohnen sich in der Regel nur im Neubau oder im Rahmen einer Dachsanierung. Beide Varianten haben deutlich höhere Anschaffungskosten pro Kilowatt Peak als klassische PV-Module. Wer als Altbaubesitzer*in auf Solarziegel oder Indach-Module umsteigen möchte, muss zusätzlich die Kosten für die Entfernung der bisherigen Dacheindeckung einkalkulieren. Selbst bei einer kleineren Anlage unter 10 kWp kommen so schnell 30.000 Euro oder mehr zusammen. Eine vergleichbare Aufdachanlage mit Batteriespeicher kostet im Bestand dagegen meist knapp 20.000 Euro.

Ein Photovoltaik-Dach ohne Ziegel kommt daher vor allem für Hausbesitzer*innen infrage, denen die Optik ihres Dachs wichtiger ist als niedrige Kosten oder ein möglichst hoher Solarertrag. Allen anderen empfehlen wir bei heimWatt eine klassische PV-Anlage: kostengünstig, effizient, seit Jahren erprobt und in den meisten Fällen schnell installiert. Mehr dazu, wie sich Solarenergie vom eigenen Dach insgesamt schlägt, findest du in unserem Ratgeber. Wenn du wissen möchtest, welche Modelle sich besonders lohnen, hilft dir unser Überblick zu Solarmodulen: Kosten, Typen und Kauftipps weiter.