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Photovoltaik leasen – lohnt sich das Konzept?

Photovoltaik leasen klingt verlockend: keine große Anfangsinvestition, sofort Solarstrom nutzen und Stromkosten sparen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Modell? Wie unterscheiden sich Leasing, Miete und Pacht und wann lohnt sich der Kauf einer eigenen Photovoltaikanlage? Hier bekommst du die Antworten.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Du möchtest Solarstrom nutzen, dich schreckt aber die Investition ab oder du willst dich noch nicht festlegen? Dann könnte das Solarleasing eine Option für dich sein. Wir erklären, was es bedeutet, eine Photovoltaikanlage zu leasen, und klären über Vorteile und Risiken auf.

Hinweis: heimWatt bietet das Leasing von Photovoltaikanlagen nicht an. Unser Angebot umfasst den Kauf und die Installation von PV-Anlagen, Batteriespeichern und weiteren Energielösungen.

Photovoltaik leasen: So funktioniert es

Leasing ist vor allem aus der Automobilbranche bekannt. Du fährst ein Auto für zwei bis vier Jahre, das dir ein Leasinganbieter zur Verfügung stellt, und zahlst dafür monatliche Raten. Du hast den Vorteil, kein Auto für 20.000 Euro oder mehr kaufen zu müssen, bekommst aber dennoch ein hochwertiges Modell, allerdings zahlst du über die Laufzeit oft mehr als beim Direktkauf.

Beim Photovoltaik-Leasing funktioniert es genauso. Der Leasinganbieter kauft die PV-Anlage und montiert sie auf deinem Dach. Du kannst die PV-Anlage nutzen und den produzierten Solarstrom verbrauchen. Dafür zahlst du monatliche Raten. Da du ab dem ersten Betriebstag Stromkosten sparst, gleicht sich die Leasingrate im besten Fall durch die Einsparung wieder aus.

Was kostet das Leasing einer Photovoltaikanlage?

Beim Leasing einer Photovoltaikanlage zahlst du als Einfamilienhausbesitzer*in monatlich zwischen 100 und 300 Euro, je nach Anlagengröße und Anbieter. Kleine PV-Anlagen ohne Batteriespeicher starten bereits bei etwa 100 Euro im Monat, während Komplettpakete mit zehn kWp und zehn kWh Speicher zwischen 230 und 300 Euro pro Monat kosten können. Wartungsarbeiten und Reparaturen liegen beim Leasing in der Regel beim Leasingnehmer. Dafür solltest du etwa 200 Euro pro Jahr zusätzlich einplanen.

Die Gesamtkosten über 20 Jahre summieren sich damit schnell auf 36.000 bis 53.000 Euro. Das ist in vielen Fällen etwa das Doppelte des Kaufpreises einer vergleichbaren Photovoltaikanlage. Diese Rechnung solltest du im Hinterkopf behalten, bevor du einen Leasingvertrag unterzeichnest.

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Laufzeit und Vertragsbedingungen

Anders als beim Fahrzeugleasing läuft ein Photovoltaik-Leasingvertrag in der Regel über 20 Jahre oder länger. Nach Ablauf gibt es typischerweise drei Optionen: Du übernimmst die Anlage zum Restwert, verlängerst den Vertrag oder lässt die Anlage demontieren. Letzteres ist wenig sinnvoll, da zusätzliche Deinstallationskosten anfallen. Am häufigsten wird eine Kaufoption für einen symbolischen Euro nach Vertragsende angeboten.

Bitte beachte, dass du mit einem 20-jährigen Leasingvertrag eine sehr langfristige Bindung eingehst. Willst du das Haus verkaufen oder die PV-Anlage austauschen, kann das zu Komplikationen mit dem Leasinganbieter führen. Prüfe solche Szenarien unbedingt vor Vertragsabschluss und lies das Kleingedruckte.

Photovoltaik: Leasing, Miete oder Pacht?

Neben dem Leasing gibt es weitere Modelle, bei denen du eine PV-Anlage nutzt, ohne sie zu kaufen.

Beim Leasing stellt dir der Anbieter die PV-Anlage gegen eine monatliche Rate zur Verfügung. Wartung und Reparaturen trägst du jedoch selbst. Die Anlage bleibt Eigentum des Leasinggebers für die gesamte Vertragslaufzeit.

Die Miete funktioniert ähnlich wie das Leasing, ist in der Regel aber umfassender. Wartung, Versicherung und Reparaturen sind meist inklusive und werden vom Anbieter übernommen. Du als Mieter*in musst du dich um technische Probleme nicht kümmern. In den letzten Jahren ist dieses Modell immer beliebter geworden im Vergleich zum klassischen Leasing.

Die Pacht ist dagegen ein völlig anderes Konzept. Hier überlässt du als Hauseigentümer*in deine Dachfläche einem*r Investor*in. Diese*r errichtet eine PV-Anlage und zahlt dir dafür eine monatliche Pacht. Du hast keinen Aufwand, verzichtest aber auf die Einsparungen durch selbst genutzten Solarstrom. Für Einfamilienhausbesitzer*innen mit eigenem Dach lohnt sich die Verpachtung in den meisten Fällen nicht, es sei denn, du verfügst über deutlich mehr Dachfläche als du selbst nutzen könntest.

Leasing Miete Pacht
Investitionskosten keine keine keine
Monatliche Kosten Leasingrate + Wartung & Reparatur Mietpreis (inkl. Service) keine
Einnahmen / Einsparungen Einspeisevergütung & Stromkostenersparnis Einspeisevergütung & Stromkostenersparnis monatliche Pacht
Risiken Ertragsausfall bei Defekt (liegt beim Leasingnehmer) keine (liegen beim Vermieter) keine (liegen beim Pächter)

 

Was lohnt sich mehr: Kaufen oder leasen?

Der Kauf einer Photovoltaikanlage empfiehlt sich vor allem dann, wenn du das nötige Kapital hast oder eine Finanzierung aufnehmen willst. Denn PV-Anlagen erzielen Renditen zwischen fünf und acht Prozent (Quelle: Fraunhofer ISE) und sind damit deutlich attraktiver als viele klassische Sparanlagen. Eine typische 10-kWp-Anlage kostet heutzutage ohne Batteriespeicher zwischen 12.000 und 16.000 Euro und amortisiert sich je nach Eigenverbrauch und Standort nach etwa neun bis dreizehn Jahren. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren bleiben danach viele Jahre mit nahezu kostenlosem Strom.

Wer kein Eigenkapital einsetzen möchte, kann die PV-Anlage über den KfW-Kredit 270 finanzieren. Dieser deckt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten bei einem Effektivzins ab etwa 3,77 Prozent. Hier kannst du mehr über die Fördermöglichkeiten erfahren. Eine Monatsrate von etwa 135 Euro für eine finanzierte 10-kWp-Anlage ist damit vergleichbar mit einer typischen Leasingrate, aber nach zehn Jahren gehört dir die Anlage. Beim Leasing zahlst du nach 20 Jahren im günstigsten Fall das Doppelte des Kaufpreises, ohne Eigentümer*in zu werden.

Wer gerade viel in Haus oder Sanierung investiert hat und eine weitere große Ausgabe vermeiden will, findet im Mietmodell eine sinnvolle Alternative. Ab dem ersten Betriebsmonat sparst du Stromkosten, ohne vorher investieren zu müssen. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber dem Kauf, bei dem die Amortisation erst nach Jahren eintritt.

Kaufen Leasen
Einmalige Anfangsinvestition ja nein
Monatliche Rate nein (oder Kreditrate) ja
Versicherung Eigentümer*in Eigentümer*in
Betreiberrisiko (Wartung, Reparatur) Eigentümer*in Leasingnehmer*in
Ersparnis Amortisation nach 9–13 Jahren, danach Reingewinn ab sofort, aber Gesamtkosten höher
Eigentum nach Vertragsende ja nein (ggf. Kaufoption)

 

Häufige Fragen zum Photovoltaik-Leasing

Was kostet es, eine Photovoltaikanlage zu leasen?

Die monatlichen Leasingraten liegen für ein Einfamilienhaus zwischen 100 und 300 Euro, je nach Anlagengröße und enthaltenen Leistungen. Wartung und Reparaturen kommen in der Regel noch hinzu. Über 20 Jahre summieren sich die Gesamtkosten auf 36.000 bis über 50.000 Euro.

Was passiert nach Ablauf des Leasingvertrags?

Nach Ablauf des Vertrags hast du in der Regel drei Möglichkeiten: Du übernimmst die PV-Anlage zu einem Restwert, du verlängerst den Vertrag oder du lässt die Anlage demontieren. Viele Anbieter ermöglichen heute eine Übernahme zum symbolischen Preis von einem Euro. Eine Demontage ist die teuerste und wenig sinnvolle Option, da Deinstallationskosten anfallen.

Erhalte ich beim Leasing auch die Einspeisevergütung?

Das hängt vom Vertrag ab. Je nach Vertragsmodell fließt die Einspeisevergütung direkt an dich. Prüfe im Leasingvertrag genau, wer Anlagenbetreiber*in im Sinne des EEG ist, denn nur als eingetragene*r Betreiber*in steht dir die Vergütung zu.

Lohnt sich Leasing oder ist der Kauf besser?

Für die meisten Hauseigentümer*innen ist der Kauf die wirtschaftlich sinnvollere Entscheidung. Eine 10-kWp-PV-Anlage kostet zwischen 12.000 und 16.000 Euro und amortisiert sich nach etwa neun bis dreizehn Jahren. Wer kein Eigenkapital einsetzen will, findet mit dem KfW-Kredit 270 eine günstige Finanzierungsalternative, bei der die Anlage nach Ablauf dir gehört. Beim Leasing zahlst du langfristig deutlich mehr ohne am Ende Eigentümer*in zu werden. Wenn du keine große Investition stemmen kannst oder willst, ist das Mietmodell gegenüber dem Leasing empfehlenswerter, da dort Wartung und Reparaturen im Preis enthalten sind.

Kann ich eine geleaste PV-Anlage mit einem Batteriespeicher kombinieren?

Das ist anbieterabhängig. Manche Leasinganbieter bieten Komplettpakete inklusive Batteriespeicher an. Ein Speicher erhöht die monatliche Rate in der Regel um 60 bis 100 Euro, steigert aber deinen Eigenverbrauch erheblich. Wer kauft, kann die Kombination aus PV-Anlage und Speicher über den KfW-Kredit 270 ebenfalls vollständig finanzieren.