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Photovoltaikanlage mit Notstromversorgung

Wer eine PV-Anlage mit Notstromfunktion betreibt, sitzt auch bei einem Stromausfall nicht im Dunkeln. Doch was genau versteht man unter PV-Notstrom und welche Varianten gibt es eigentlich? Hier erfährst du, wie Notstromsteckdose und Ersatzstromversorgung funktionieren, welche Wechselrichter dafür in Frage kommen und ob sich die Investition für dich lohnt.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Was versteht man unter Photovoltaik-Notstrom?

Im Bereich Photovoltaik bezeichnet Notstrom in Form einer Notstrombox die Möglichkeit, einzelne Verbraucher im Haushalt bei einem Stromausfall weiterhin mit Solarstrom zu versorgen. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Stattdessen gibt es beim PV-Notstrom eine kurze Umschaltzeit von einigen Sekunden bis wenigen Minuten, bevor die Notstromversorgung aktiv ist.

Wofür brauchst du eine Notstromfunktion?

Als Besitzer*in einer Photovoltaikanlage hast du prinzipiell eine temporär netzunabhängige Stromquelle. Es ist wichtig zu wissen, dass eine Versorgung mit Solarstrom ist bei einem Stromausfall nicht automatisch möglich. Netzgeführte Wechselrichter schalten nach den Vorschriften der Energieversorger bei einem Netzausfall sofort ab. Nur bei ausgewählten Wechselrichtern kannst du bestimmte Haushaltsgeräte auch im Notfall weiter mit Solarstrom betreiben. Dafür gibt es verschiedene Notstromvarianten, die wir dir unten vorstellen.

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Lohnt sich eine PV-Anlage mit Notstromfunktion?

Die Stromversorgung in Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr stabil. Rein wirtschaftlich betrachtet ist eine Notstrom-PV-Anlage bei einer durchschnittlichen Netzausfallzeit von etwa 15 Minuten pro Jahr nicht zwingend notwendig. Wenn du allerdings in einer Region wohnst, wo es häufiger zu Stromausfällen kommt, macht eine Notstrombox beziehungsweise Switchbox für dich eventuell Sinn. Wenn bei dir nur alle fünf Jahre mal der Strom ausfällt, empfiehlt sich eine Notstrombox nicht.

Eine PV-Anlage mit Notstromfunktion bietet dir natürlich echte Sicherheit und das wird angesichts des Klimawandels und häufiger werdender Unwetter zunehmend relevant. Wer wirklich unabhängig vom Stromnetz sein und im Ernstfall auf den zwischengespeicherten Strom aus dem Batteriespeicher zurückgreifen möchte, trifft mit der Notstromfunktion eine sinnvolle Wahl. Letztlich ist es eine individuelle Entscheidung.

Vorteile von PV-Notstrom

Eine Notstromfunktion an deiner PV-Anlage bringt drei zentrale Vorteile: Du kannst Solarstrom auch bei Stromausfall nutzen, wichtige Geräte zuverlässig weiter mit Strom versorgen und gewinnst insgesamt mehr Unabhängigkeit von Stromanbietern und dem öffentlichen Netz.

Möglichkeiten der Notstromversorgung

In Haushalten mit mehreren Teil-Stromkreisen ist eine gezielte Notstromversorgung besonders wichtig. Da die maximale Notstromleistung durch Wechselrichter und Batteriespeicher begrenzt ist und aufwändige Umverdrahtungen vermieden werden sollen, empfiehlt es sich, nur einzelne Teil-Stromkreise an die Notstromversorgung anzuschließen. Am sinnvollsten ist es, dabei die wichtigsten Verbraucher zusammenzufassen, etwa essentielle Lichtquellen und den Kühlschrank.

Geräte mit hoher Leistung oder hohen Einschaltströmen, zum Beispiel Durchlauferhitzer, Wärmepumpen, Ladestationen oder Waschmaschinen, können in der Regel nicht an die Notstromquelle angeschlossen werden. Eine durchdachte Auswahl und klare Priorisierung der Verbraucher ist deshalb entscheidend für eine funktionierende Notstromversorgung.

Notstromsteckdose oder Ersatzstrom: wo liegt der Unterschied?

Im Alltag werden die Begriffe „Notstrom“ und „Ersatzstrom“ oft synonym verwendet, obwohl eine einheitliche Definition noch fehlt. Hier ist, was hinter beiden Varianten steckt:

Notstromsteckdose

Bei der Notstromsteckdose wird in der Nähe des Hybridwechselrichters ein Aufputzverteiler mit einer oder mehreren Steckdosen installiert. Über diese Steckdosen kannst du bei einem Stromausfall einzelne elektrische Geräte weiter betreiben, beispielsweise dein Handy laden oder den Kühlschrank am Laufen halten.

Ersatzstromversorgung

Bei der Ersatzstromversorgung werden die elektrischen Verbraucher im Haus bei einem Stromausfall automatisch auf die Energieversorgung aus dem Batteriespeicher umgestellt. Du musst selbst nichts tun. Für kurze Zeit ist allerdings kein Strom verfügbar, bis die Umschaltung abgeschlossen ist.

Die Ersatzstromversorgung ist technisch aufwändiger und erfordert zusätzliche Komponenten wie eine Sicherung oder eine Umschaltbox. Außerdem werden dabei nur vorab ausgewählte Stromkreise weiter versorgt. Die entsprechenden Stromkreise müssen vorab im Verteilerkasten vorbereitet werden.

Switchboxen bei heimWatt

Notstromlösungen beziehungsweise Switchboxen werden in erster Linie von Wechselrichterherstellern bereitgestellt. heimWatt bietet zum einen die heimWatt Switchbox an, die für FoxESS Systeme geeignet ist. Zum anderen bieten wir die Enwitec Switchbox an, die sich mit Fronius-Systemen kombinieren lässt.

Switchbox bei Stromausfall - heimWatt Ratgeber

Kann ich Notstrom bei meiner PV-Anlage nachrüsten?

Die Nachrüstung einer Notstromfunktion ist nur möglich, wenn deine PV-Anlage bereits über einen notstromfähigen Hybrid-Wechselrichter mit Batterieanschluss verfügt. Ansonsten ist eine Nachrüstung nicht realisierbar. Wenn beides vorhanden ist, lässt sich Notstrom grundsätzlich nachrüsten. Gegebenenfalls müssen dafür ausgewählte Stromkreise im Verteilerkasten vorbereitet werden.