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Solarthermie und Photovoltaik im Vergleich

Solarthermie oder Photovoltaik? Beide Technologien nutzen die Energie der Sonne, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Während Solarthermie Wärme erzeugt, liefert eine Photovoltaikanlage Strom. Welche Lösung für dein Dach die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren, wie beispielsweise der verfügbaren Fläche und deinem Energiebedarf ab. Wir vergleichen Solarthermie mit Photovoltaik.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Solaranlage ist nicht gleich Solaranlage. Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus besitzt, kann sein Dach entweder mit einer Solarthermieanlage zur Wärmeerzeugung oder einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung belegen. Doch was lohnt sich mehr? Oder sollte man direkt beides installieren? Wir vergleichen die Technologien und geben Antworten.

Was unterscheidet Solarthermie und Photovoltaik?

Sowohl Solarthermieanlagen als auch Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in nutzbare Energie um. Der entscheidende Unterschied liegt im Ergebnis: Solarthermie erzeugt Wärme für Heizung und Warmwasser, Photovoltaik produziert Strom.

Du willst wissen, ob sich eine PV-Anlage für dein Dach lohnt? Hol dir jetzt dein unverbindliches Angebot von heimWatt.

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Solarthermie

Solarkollektor vor blauem Himmel
Solarthermiekollektor

Solarthermieanlagen bestehen aus Kollektoren auf dem Dach, durch die ein Wasser-Frostschutzgemisch strömt. Trifft Sonnenlicht auf die Kollektoren, erwärmt sich das Gemisch auf bis zu 95 °C und wird an einen Pufferspeicher weitergeleitet. Dort gibt es die Wärme über einen Wärmetauscher ab, bevor es über eine Pumpe zurück zu den Kollektoren fließt. Vom Speicher aus lässt sich die Wärme direkt zur Brauchwassererwärmung nutzen oder über einen weiteren Wärmetauscher an den Heizkreislauf abgeben.

Funktion Solarthermie: Vergleich Solarthermie und Photovoltaik - heimWatt Ratgeber
Funktion einer Solarthermieanlage

 

Eine Solarthermieanlage ist für 3.000 bis 12.000 Euro erhältlich. Besonders beliebt sind kleinere Anlagen zwischen 3.000 und 5.000 Euro, die ausschließlich der Brauchwassererwärmung dienen. Denn den gesamten Heizwärmebedarf eines Jahres kann Solarthermie allein nicht decken. Im Sommer hingegen kann sie fast das gesamte Brauchwasser erwärmen. Genau dort liegt ihr größter Effekt — kombiniert mit vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten.

Der zentrale Nachteil aller Solarthermieanlagen: Du benötigst immer ein zusätzliches Heizsystem, um den gesamten Wärmebedarf im Haus zu decken. Die Anlage selbst mag günstig sein, aber sobald die Kosten für eine Gasheizung, Pelletheizung oder Wärmepumpe dazugerechnet werden, sieht die Bilanz schon anders aus.

Dazu kommt: Solarthermie erzeugt zwar kostenfreie Wärme, deckt aber nur einen Teil des Bedarfs. Die Heizkostenersparnis bleibt deshalb verhältnismäßig gering — oft so gering, dass es lange dauert, bis sich die Anschaffungskosten amortisiert haben.

Photovoltaik

Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenenergie über den photoelektrischen Effekt. Eine PV-Anlage besteht aus Solarmodulen, die wiederum viele einzelne Solarzellen aus kristallinem Silizium enthalten. Trifft Sonnenlicht auf eine Solarzelle, werden Elektronen angeregt und es fließt Strom — der dann direkt im Haus zum Betrieb von Elektrogeräten genutzt werden kann.

Nicht immer wird der gesamte erzeugte PV-Strom sofort benötigt. Du kannst ihn in einem Batteriespeicher zwischenspeichern oder gegen eine Vergütung ins Stromnetz einspeisen. Weil Netzstrom teuer ist, lohnt es sich heute mehr denn je, möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen. Batteriespeicher sind deshalb zur üblichen Ergänzung für PV-Anlagen geworden.

Eine Photovoltaikanlage ist deutlich teurer als eine Solarthermieanlage — in der Regel fallen zwischen 10.000 und 25.000 Euro an. Weil die Stromkostenersparnis aber erheblich ist, gleicht sich diese Investition bereits nach 10 bis 15 Jahren wieder aus. Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren oder mehr lässt sich damit jahrzehntelang kostenlos Strom erzeugen.

Dazu kommt die Unabhängigkeit von Strompreiserhöhungen. Die Preise für Strom und Gas steigen seit Jahren, und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Mit einer eigenen PV-Anlage kannst du dich überwiegend selbst mit Ökostrom versorgen — und bist damit weitgehend abgekoppelt von dieser Preisentwicklung. Wer sein E-Auto zusätzlich mit Solarstrom laden möchte, findet in der Kombination aus Wallbox und Photovoltaik eine besonders effiziente Lösung.

Wichtig: Damit sich Planung und Installation einer PV-Anlage lohnen, brauchst du mehr freie Dachfläche als bei einer Solarthermieanlage. Da außerdem ein Mindestabstand zu benachbarten Dächern einzuhalten ist, lohnt sich die Installation bei Reihenhäusern oft nicht.

Solarthermie oder Photovoltaik: Vor- und Nachteile im Vergleich

Solarthermie Photovoltaik
Vorteile erneuerbare Energie, Wirkungsgrad von 50 %, relativ geringe Anschaffungskosten, einfache Installation, geringerer Platzbedarf auf dem Dach erneuerbare Energie, hohe Stromkostenersparnis, große Unabhängigkeit von der Strompreisentwicklung
Nachteile weiteres Heizsystem nötig (zum Beispiel Wärmepumpe oder Gasheizung), geringe Heizkostenersparnis Wirkungsgrad von bis zu 22 %, hohe Anfangsinvestition, höhere Installationskosten, ausreichend freie Dachfläche nötig

 

Hybridanlagen: Solarthermie und Photovoltaik kombinieren

Manchmal muss es nicht das eine oder andere sein. Es gibt mittlerweile Anlagen, die Solarthermie und Photovoltaik in einem einzigen Solarmodul kombinieren. Wirklich effizient sind diese Hybridmodule bisher jedoch nicht. Das Problem: Photovoltaikmodule verlieren bei steigenden Temperaturen an Leistung, während Solarthermie genau dann besonders effizient arbeitet. Ein Hybridmodul muss diesen Interessenkonflikt ausbalancieren — meist zulasten beider Technologien.

Wer Solarthermie und Photovoltaik wirklich kombinieren möchte, fährt deshalb besser damit, Solarkollektoren und PV-Module getrennt auf der Dachfläche zu installieren. So kann jede Technologie ihr volles Potenzial entfalten.

Fazit: Wann lohnt sich Photovoltaik, wann Solarthermie?

Wenn du ausreichend Dachfläche zur Verfügung hast, ist die Photovoltaikanlage die bessere Wahl. Die finanzielle Ersparnis ist deutlich höher als bei Solarthermie. Würdest du dieselbe Fläche für Solarthermie nutzen, sparst du vergleichsweise wenig — und musst trotzdem ein weiteres Heizsystem installieren. Statt Solarthermie lässt sich auch eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung als erneuerbare Wärmequelle einsetzen. Damit leistest du ebenfalls einen Beitrag zum Umweltschutz und machst dich unabhängiger von fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl.

Hast du mit einer PV-Anlage deinen Strombedarf bereits nahezu vollständig gedeckt und noch Dachfläche übrig? Dann spricht natürlich nichts gegen eine zusätzliche Solarthermieanlage.

Anders sieht es aus, wenn du nur wenig Dachfläche hast. Dann lohnt sich Photovoltaik häufig nicht — und Solarthermie kann eine sinnvolle Alternative sein. Schon mit wenigen Solarthermiemodulen lässt sich der Warmwasserbedarf im Sommer vollständig solar decken.

Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich die Planung durch eine Fachkraft. heimWatt unterstützt dich dabei mit einer Wirtschaftlichkeitsprognose und einer konkreten Kostenschätzung — damit du weißt, welche Lösung für dein Haus wirklich passt.

Häufige Fragen zu Solarthermie und Photovoltaik

Was kostet eine Solarthermieanlage?

Eine Solarthermieanlage ist je nach Größe und Ausführung für 3.000 bis 12.000 Euro erhältlich. Kleinere Anlagen zur reinen Brauchwassererwärmung kosten oft zwischen 3.000 und 5.000 Euro und sind damit deutlich günstiger als eine vollwertige Photovoltaikanlage.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Für eine Photovoltaikanlage musst du in der Regel zwischen 10.000 und 25.000 Euro einplanen. Die genauen Kosten hängen von der Anlagengröße, dem Dach und eventuell gewünschten Zusatzkomponenten wie einem Batteriespeicher ab. Mehr dazu findest du im heimWatt-Ratgeber zur Dimensionierung deiner PV-Anlage.

Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?

Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren oder mehr und einer typischen Amortisationszeit von 10 bis 15 Jahren erzeugst du mit einer PV-Anlage über viele Jahre hinweg kostenlosen Strom. Die genaue Amortisationszeit hängt vom Eigenverbrauch, der Anlagengröße und den lokalen Einstrahlungswerten ab.

Kann ich Solarthermie und Photovoltaik kombinieren?

Ja, das ist möglich. Am sinnvollsten ist es, beide Technologien getrennt auf der Dachfläche zu installieren, statt auf Hybridmodule zu setzen. So arbeitet jede Anlage optimal. Hast du mit deiner PV-Anlage deinen Strombedarf bereits weitgehend gedeckt und noch Platz auf dem Dach, kann eine Solarthermieanlage eine sinnvolle Ergänzung sein.