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Deutsche Photovoltaik-Hersteller – Lohnen sich Solarmodule „Made in Germany“?

Deutsche Solarmodule haben einen exzellenten Ruf, doch die Branche hat in den letzten Jahren einen enormen Wandel durchgemacht. Wer produziert 2026 wirklich noch in Deutschland? Wie schlagen sich heimische Module gegenüber der Konkurrenz aus China? Und wann lohnt sich der Aufpreis für „Made in Germany“? Hier bekommst du einen Überblick.

Benjamin Sowarsch

Benjamin Sowarsch

Experte für Photovoltaik-Planung & Energiemanagement
Mit über 1.500 PV-Planungen und rund 3.500 erstellten Angeboten verfügt Benjamin über umfassende Erfahrung in der technischen Auslegung von Photovoltaikanlagen. Sein Schwerpunkt liegt auf präziser Anlagenplanung, 3D-Modellierung sowie Energiemanagement mit unserem smartY und dynamischen Stromtarifen.

Was zeichnet Solarmodule aus Deutschland aus?

Die Geschichte der deutschen Photovoltaikindustrie ist eine mit Höhen und tiefen Einschnitten. In den 2000er Jahren waren deutsche Hersteller global führend und wirtschaftlich sehr erfolgreich. Mit dem Aufstieg der asiatischen Solarindustrie ab Beginn der 2010er Jahre wuchs dann der Druck durch günstigere Importe. Viele deutsche Solarunternehmen, darunter Pioniere wie SolarWorld und Conergy, konnten nicht mithalten und meldeten Insolvenz an. Der Rückzug aus dem Markt hat sich seitdem fortgesetzt: Zwischen 2024 und 2025 haben mit Meyer Burger, Solarwatt, Aleo Solar und Avancis vier prominente deutsche Modulhersteller ihre Inlandsfertigung eingestellt oder Insolvenz angemeldet (Stand September 2026).

Die verbliebenen deutschen Hersteller vereint vor allem die besonders hohe Qualität der Solarmodule. Während internationale Hersteller im Durchschnitt Produktgarantien von rund 25 Jahren bieten, liegt die Garantie bei deutschen Premium-Modulen häufig bei 25 bis 30 Jahren. Das spiegelt den Wert wieder, der auf Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit gelegt wird. Für Eigenheimbesitzer*innen, die maximale Betriebssicherheit über mehrere Jahrzehnte wollen, bleibt „Made in Germany“ daher ein überzeugendes Argument.

Bei heimWatt bieten wir ein chinesisches und ein deutsches Solarmodul an. Hol dir jetzt dein unverbindliches Angebot!

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Eine Auswahl deutscher Photovoltaik-Hersteller

Nach dem Siegeszug der asiatischen Konkurrenz haben sich viele Photovoltaik-Hersteller aus Deutschland vom Markt zurückgezogen. Stand 2026 gibt es weniger als 20 Firmen, die in Deutschland ansässig sind oder ihre Module hier produzieren. Die Tendenz ist weiter sinkend. Die folgende Auswahl bildet einen Teil der deutschen Solarbranche ab, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Axitec Energy

Das baden-württembergische Unternehmen Axitec zählt zu den deutschen Photovoltaik-Herstellern im mittleren Preissegment. Axitec bietet neben Solarmodulen auch Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur an. Koordination und Qualitätssicherung laufen über das Engineering-Team in Böblingen, die eigentliche Produktion findet an mehreren Standorten weltweit statt.

AxSun Solar

Ebenfalls in Baden-Württemberg, genauer gesagt in Laupheim, sitzt AxSun. Das 2004 gegründete Unternehmen produziert seine Photovoltaikmodule ausschließlich in Deutschland. Die Produktpalette reicht von sogenannten Allblack-Modulen für designorientierte Eigenheimbesitzer*innen bis hin zu netzfernen Off-Grid-Lösungen.

Hanwha Q CELLS

Q Cells ist ein deutsches Photovoltaik-Unternehmen, das nach seiner Insolvenz 2012 vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen wurde. Die Modulproduktion wurde daraufhin nach Asien verlagert. Sie werden in Malaysia und Südkorea gefertigt. Forschung und Entwicklung sowie das Technologiezentrum in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen) bleiben in Deutschland. Q CELLS gehört gemessen am Umsatz zu den global bedeutendsten Marken, ist aber kein Hersteller mit Inlandsfertigung mehr.

Heckert Solar

Heckert Solar aus Chemnitz ist der einzige größere Hersteller, der Module noch durchgängig in Deutschland produziert. Das Unternehmen ist an den Standorten Chemnitz und Langenwetzendorf in Thüringen ansässig. Das 2001 gegründete Familienunternehmen hat den Preisdruck der letzten Jahre gespürt: Im Frühjahr 2024 baute Heckert Solar rund 95 Stellen ab. Seitdem hat das Unternehmen jedoch neue Modulserien eingeführt, darunter die Zeus-Baureihe mit bis zu 30 Jahren Produkt- und Leistungsgarantie sowie die Apollon-Serie auf Basis moderner n-Typ-TOPCon-Technologie.

LUXOR Solar

Der Stuttgarter Hersteller Luxor bietet nach eigener Aussage PV-Module für jeden Anwendungsbereich, vom Premium Glas-Glas-Modul für Privathäuser bis hin zu netzfernen Lösungen. Die Produktgarantie für Luxor-Solarmodule liegt mit 25 bis 30 Jahren deutlich über dem Branchendurchschnitt. Produziert wird in Deutschland, Japan und den USA.

Meyer Burger Technologies (insolvent)

Meyer Burger Technologies ist ein Schweizer Unternehmen, das lange Zeit als Premium-Hersteller im deutschen Markt galt. Doch der Preiskampf mit der chinesischen Konkurrenz hat das Unternehmen schließlich eingeholt. Die deutsche Modulproduktion in Freiberg wurde bereits im März 2024 geschlossen. Im Mai 2025 stellte Meyer Burger auch die US-Produktion ein und beantragte für seine deutschen Tochtergesellschaften Insolvenz. Zum 01. September 2025 wurde der gesamte deutsche Geschäftsbetrieb endgültig eingestellt. Im März 2026 gingen die Produktionsanlagen und das geistige Eigentum an die US-Firma Swift Solar. Eine Wiederaufnahme der Modulproduktion in Deutschland gilt als ausgeschlossen.

Solarwatt

Das 1993 in Dresden gegründete Unternehmen Solarwatt plant und vermarktet Energiesysteme für Eigenheime und Kleingewerbe. Zum Produktporfolio zählen Solarmodule, Batteriespeicher und Energiemanagement. Im Bereich robuster Glas-Glas-Module hatte sich Solarwatt lange als Marktführer positioniert. Doch die eigene Modulproduktion am Dresdner Standort wurde bereits 2024 eingestellt, sämtliche Module lässt das Unternehmen seitdem in Asien fertigen. Entwicklung und Qualitätssicherung bleiben in Dresden angesiedelt. Solarwatt ist damit keine echte „Made in Germany“-Option mehr, bleibt aber eine deutsche Marke mit hohen Qualitätsstandards.

Photovoltaik-Hersteller aus Asien und Amerika

Die globale Modulproduktion liegt heute fest in chinesischer Hand. Chinesische Hersteller kommen Stand 2026 auf einen Weltmarktanteil von über 80 Prozent. Europäische Module, darunter auch die verbliebenen deutschen Hersteller, spielen global nur eine Nebenrolle. Der Preisdruck aus China bleibt enorm: TOPCon-Module werden ab etwa 12 bis 15 Cent pro Wattpeak gehandelt.

Chinesische Tier-1-Hersteller wie JinkoSolar, LONGi, Trina Solar und JA Solar liefern nach aktuellen Daten zusammen rund 58 Prozent der weltweiten Nachfrage. Ihre Qualität hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert: Unabhängige Tests zeigen, dass führende chinesische Marken in Zuverlässigkeitstests mit europäischen Herstellern gleichziehen. Das große Manko bleibt die Umweltbilanz. Chinas Strommix basiert nach wie vor zu einem erheblichen Teil auf Kohle, was die Energiebilanz bei der Modulherstellung belastet.

Der größte Nicht-Asiate im Markt ist First Solar aus den USA mit seiner Dünnschicht-Technologie. Canadian Solar wiederum trägt zwar einen nordamerikanischen Namen, produziert aber überwiegend in China. Beide Unternehmen kommen zusammen auf einen globalen Marktanteil von rund zehn Prozent.

Deutsche oder asiatische Solarmodule? Bei heimWatt hast du die Wahl

Ob ein Solarmodul „Made in Germany“ sein soll, ist keine reine Preisfrage. Manche Hausbesitzer*innen legen Wert auf kurze Lieferwege, europäische Produktionsstandards und einen Hersteller, den sie im Zweifel direkt erreichen können. Andere wollen schlicht das Maximum an Leistung für ihr Budget. Bei heimWatt legen wir uns nicht auf eine Seite fest. Du hast bei uns die Qual der Wahl zwischen zwei Modulen, die für unterschiedliche Prioritäten stehen. Erfahre hier mehr über unsere Photovoltaikmodule.

Bauer Solar Glas-Glas Black Back Contact: das Modul aus Deutschland

Das Modul von Bauer Solar kommt von einem deutschen Hersteller und setzt auf zwei Merkmale, die man auf den ersten Blick sieht und die auch technisch ihren Sinn haben. Die Back-Contact-Technologie verlagert die Kontakte auf die Rückseite der Zellen. Die Vorderseite bleibt dadurch komplett frei von Leiterbahnen, was nicht nur ein gleichmäßiges, tiefschwarzes Erscheinungsbild ergibt, sondern auch mehr Fläche für die Lichtausbeute schafft. Dazu kommt die Glas-Glas-Bauweise. Die Zellen sind zwischen zwei Glasscheiben eingebettet, was die Module besonders widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Umwelteinflüsse und mechanische Belastung macht. Gerade bei einer PV-Anlage, die 30 Jahre und länger laufen soll, ist das ein überzeugendes Argument.

Astronergy N7s: das leistungsstarke Modul aus Asien

Das Astronergy N7s steht für moderne N-Type-Technologie und ein sehr gutes Verhältnis von Leistung und Preis. Astronergy gehört zum Chint-Konzern, einem der größten Hersteller weltweit. Das bedeutet viel Erfahrung, hohe Produktionsmengen und entsprechend verlässliche Verfügbarkeit. Für alle, die mit begrenztem Budget eine möglichst wirtschaftliche PV-Anlage planen, ist das N7s eine sehr gute Wahl.

 

Hersteller Herkunft Fertigung (Stand 2026) Preissegment
Astronergy (bei heimWatt erhältlich) China China, Thailand und Türkei Mittelklasse
Axitec Deutschland International (Entwicklung in Böblingen) Mittelklasse
AxSun Solar Deutschland Laupheim Premium
Bauer Solar (bei heimWatt erhältlich) Deutschland China (Qualitätsmanagement, Logistik und Vertrieb in Selzen) Premium
Heckert Solar Deutschland Chemnitz + Langenwetzendorf Premium
JinkoSolar / LONGi China China Günstig bis Mittelklasse
Luxor Solar Deutschland Deutschland, Japan, USA Premium
Solarwatt Deutschland Asien (seit 2024) Premium
Q CELLS (Hanwha) Südkorea Malaysia, Südkorea Mittelklasse

 

Fazit: Photovoltaik „Made in Germany“ kann sich lohnen

Die Solarbranche wächst weltweit rasant. Insbesondere chinesische Hersteller haben in den letzten zwei Jahrzehnten überproportional vom Nachfrageboom profitiert. Staatliche Subventionen und niedrige Lohnkosten ermöglichten Massenproduktion zu Preisen, mit denen europäische Anbieter kaum mithalten konnten. Das Ergebnis ist ernüchternd: „Made in Germany“ existiert beim Solarmodul 2026 faktisch nur noch bei Heckert Solar und AxSun. Andere ehemals deutsche Marken wie Solarwatt oder Meyer Burger haben ihre Inlandsfertigung aufgegeben.

Trotzdem lohnt sich die Überlegung, ob ein Aufpreis für Solarmodule mit deutschem Qualitätsanspruch sinnvoll ist. Der Preisabstand zwischen deutschen und chinesischen Modulen liegt bei etwa 10 bis 25 Prozent, gemessen am Gesamtinvestment einer PV-Anlage ein überschaubarer Unterschied. Dafür bekommst du oft längere Garantielaufzeiten, kürzere Lieferwege und eine verlässlichere Garantieabwicklung über eine deutsche Adresse.

Unabhängig davon, für welchen Hersteller du dich entscheidest: Eine professionell geplante PV-Anlage von einem erfahrenen Fachbetrieb ist die wichtigste Voraussetzung für einen zuverlässigen Betrieb über viele Jahre. Fachleute mit langjähriger Erfahrung können dir die passenden Module für deine konkrete Situation empfehlen. Ergänze deine Anlage idealerweise um einen passend dimensionierten Batteriespeicher, um deinen Eigenverbrauch zu maximieren. Einen Überblick über die Ausrichtung und Planung deines Daches findest du im Ratgeber zur richtigen Ausrichtung deiner PV-Anlage.

Ob du letztlich ein deutsches oder asiatisches Modul wählst, entscheidend ist vor allem, dass Qualität, Garantie und Service stimmen. Bei heimWatt muss du dich nicht festlegen, bevor du beraten wurdest. Mit dem Bauer Solar Glas-Glas Black Back Contact und dem Astronergy N7s bieten wir dir sowohl ein Modul von einem deutschen Hersteller als auch eine leistungsstarke und wirtschaftliche Alternative aus Asien an. Gemeinsam finden wir die passende Lösung zu dein Zuhause.

Häufige Fragen zu deutschen Photovoltaik-Herstellern

Welche deutschen Solarmodulhersteller produzieren noch in Deutschland?

Stand 2026 produziert Heckert Solar aus Chemnitz als einer der wenigen verbliebenen größeren Hersteller durchgängig in Deutschland, an Standorten in Chemnitz und Langenwetzendorf in Thüringen. AxSun Solar aus Laupheim fertigt ebenfalls in Deutschland. Solarwatt und Meyer Burger haben ihre deutsche Produktion hingegen 2024 beziehungsweise 2025 eingestellt.

Welche deutschen Solarmodule bietet heimWatt an?

heimWatt bietet das Glas-Glas-Modul Black Back Contact von Bauer Solar an, einem deutschen Hersteller. Es zeichnet sich durch seine rückseitige Zellkontaktierung, die gleichmäßige schwarze Optik und die robuste Glas-Glas-Bauweise aus.

Wie lange ist die Garantie bei deutschen Solarmodulen?

Deutsche Premiumhersteller bieten in der Regel 25 bis 30 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie. Die Zeus-Serie von Heckert Solar etwa kommt auf 30 Jahre für beide Garantiearten. Internationale Hersteller gewähren im Vergleich im Durchschnitt 25 Jahre.

Wie hoch ist der Marktanteil chinesischer Solarmodule?

Chinesische Hersteller dominieren den Weltmarkt mit einem Anteil von über 80 Prozent (Stand 2026). Führende Marken wie JinkoSolar, LONGi, Trina Solar und JA Solar liefern zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Modulnachfrage.

Lohnen sich deutsche Solarmodule trotz des höheren Preises?

Der Aufpreis für Module aus Deutschland liegt derzeit bei etwa 10 bis 25 Prozent gegenüber vergleichbarer Ware aus China. Wer bei der Modulauswahl Wert auf lange Garantielaufzeiten, kürzere Lieferwege und eine zuverlässige deutsche Garantieadresse legt, bekommt für diesen Aufpreis eine klar messbare Gegenleistung. Bezogen auf die Gesamtkosten einer PV-Anlage fällt der Preisunterschied gering aus.