Was ist eine Solarheizung?
Eine Solarheizung ist eine Heizung, die Sonnenenergie zum Heizen nutzt. Meistens ist damit eine Solarthermieanlage gemeint. Sie nutzt die Wärmeenergie der Sonne über Solarkollektoren und wandelt sie in nutzbare Wärme um.
Indirekt können aber auch andere Heizsysteme mit Sonnenenergie heizen. Die Wärmepumpe etwa entzieht der Umgebung mithilfe von Strom Wärme. Diese Umgebungswärme stammt ursprünglich von der Sonne und der Strom zum Betrieb der Wärmepumpe kann aus einer Photovoltaikanlage kommen. Auch Infrarotheizungen laufen mit Strom. Wenn dieser Strom aus einer PV-Anlage stammt, ist auch eine Infrarotheizung im Prinzip eine Solarheizung.
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Arten von Solarheizungen
Solarthermie
Solarthermieanlagen erzeugen Wärme aus Sonnenenergie. Die Sonne erwärmt dabei in der Regel röhrenförmige Solarkollektoren, durch die ein Wärmeträgermedium fließt. Dieses nimmt die Wärme auf, transportiert sie ins Haus und gibt sie dort entweder direkt für die Heizung oder die Warmwasserbereitung ab oder speichert sie im Solarspeicher zwischen.
Neben kleinen Solarthermieanlagen auf Einfamilienhäusern gibt es auch großflächige Freiflächenanlagen, vor allem in südlichen Ländern und Wüstenregionen. Sie können teils mehrere hundert Haushalte mit Wärme versorgen.
Wärmepumpe mit Photovoltaik
Wärmepumpen heizen überwiegend mit Energie aus der Umgebung. Als Wärmequellen kommen Umgebungsluft, Erdreich oder Grundwasser infrage. Hier kannst du mehr über die verschiedenen Wärmepumpenarten erfahren. Die entzogene Wärme wird durch einen Verdichter auf ein nutzbares Temperaturniveau angehoben. Dafür braucht die Wärmepumpe Strom.
Stammt dieser Strom aus einer PV-Anlage, ist die Wärmepumpe im Prinzip eine Solarheizung. In der Praxis läuft sie aber meist im Mischbetrieb: teils mit eigenem Solarstrom, teils mit Netzstrom.

Photovoltaik mit Infrarot- oder Elektroheizung
Infrarotheizungen und konventionelle Elektroheizungen lassen sich ebenfalls mit PV-Strom betreiben und werden damit technisch gesehen zur Solarheizung. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zur Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 Kilowattstunde Strom bis zu 4 kWh Heizwärme. Infrarot- und Elektroheizungen wandeln Strom dagegen nur im Verhältnis 1:1 in Wärme um. Ihr Strombedarf ist dadurch deutlich höher, was es schwerer macht, diesen vollständig durch eine PV-Anlage zu decken.
Kosten einer Solarheizung
Die klassische Solarheizung ist die Solarthermieanlage. Sie kostet in der Anschaffung zwischen 5.000 und 13.000 Euro, je nachdem ob du damit vorrangig Warmwasser bereiten oder auch heizen möchtest. Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung sind deutlich günstiger. Im Preis enthalten sind ein Wärmespeicher und die Regelungstechnik. Wichtig, eine Solarthermieanlage ersetzt kein vollständiges Heizsystem. Du brauchst zusätzlich zum Beispiel eine Gasheizung und kommst so schnell auf Gesamtkosten von über 20.000 Euro. Damit liegst du nur knapp unter den Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Eine Photovoltaikanlage kostet zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Sie dient aber nicht nur zum Heizen, sondern deckt auch deinen allgemeinen Haushaltsstrom ab. Elektroheizungen sind in der Anschaffung mit 5.000 bis 8.000 Euro günstiger, haben dafür aber mit Abstand die höchsten Betriebskosten.
Fördermöglichkeiten
Für klimafreundliche Heizungen gibt es staatliche Unterstützung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), KfW-Programm 458. Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Grundförderung von 30 Prozent wird für Wärmepumpen, Solarthermie, Wasserstoff- und Pelletheizungen unabhängig von Zeitpunkt und Einkommen gewährt. Dazu kommen optionale Boni:
- Geschwindigkeitsbonus (+20 Prozent): Beim Austausch einer mehr als 20 Jahre alten Gasheizung oder einer Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung (gilt bis Ende 2028, ab 2029 sinkt er auf 17 Prozent).
- Effizienzbonus (+5 Prozent): Beim Kauf von Erdwärmepumpen oder Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln.
- Einkommensbonus (+30 Prozent): Für Hausbesitzer*innen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 40.000 Euro pro Jahr.
Der Fördersatz ist auf maximal 70 Prozent begrenzt, die maximal förderfähige Investitionssumme liegt bei 30.000 Euro. Mehr zu den aktuellen Förderprogrammen findest du auf unserer Förderungsübersicht.
Kann man ausschließlich mit Solarenergie heizen?
Die Solarheizung stößt im Winter an ihre Grenzen
Die Sonneneinstrahlung ist im Winter deutlich geringer als im Sommer, sowohl in der Intensität als auch bei der Anzahl der Sonnenstunden. In Deutschland liegen die Sonnenstunden im Juli bei etwa 200 Stunden pro Monat, im Dezember und Januar hingegen nur bei rund 40 Stunden.

Das Dilemma liegt auf der Hand: Im Sommer steht viel Solarenergie zur Verfügung, aber du musst kaum heizen. Im Winter, wenn der Heizbedarf am größten ist, liefert die Sonne nur einen Bruchteil der sommerlichen Energie.
Trotzdem lohnt sich eine Solarheizung. Solarthermieanlagen können im Sommer nahezu den gesamten Warmwasserbedarf eines Hauses decken. Warmwasser wird schließlich das ganze Jahr über verbraucht. Eine große finanzielle Ersparnis ist aber begrenzt, denn im Winter muss die Solarheizung zwingend durch ein weiteres Heizsystem ergänzt werden.
Warum ist ein Solarspeicher sinnvoll?
Der Solarertrag schwankt nicht nur zwischen Sommer und Winter, sondern auch im Tages- und Wochenverlauf. Diese kurzfristigen Schwankungen lassen sich gut mit einem Solarspeicher ausgleichen. Bei einer Solarthermieanlage ist das ein Warmwasserspeicher mit etwa 300 Litern Fassungsvermögen. Bei einer Photovoltaikanlage übernimmt ein Batteriespeicher diese Aufgabe. Die Ergänzung um einen Speicher ist heute Standard und sorgt dafür, dass verfügbare Solarenergie optimal genutzt wird.
Voraussetzungen für die Installation einer Solarheizung
Egal ob Photovoltaik- oder Solarthermieanlage: Du brauchst eine geeignete Fläche für die Installation. Das Hausdach ist meist ideal, weil es wenig Verschattung bietet und keine Nutzfläche verloren geht. Achte darauf, dass dein Dach in einem guten Zustand ist. Eine spätere Dachsanierung würde sonst eine aufwendige Demontage der Anlage erfordern.
Eine bestimmte Dachneigung oder Ausrichtung ist keine zwingende Voraussetzung. Lediglich eine reine Nordausrichtung ist ungünstig, da dort nur wenig Solarertrag zu erwarten ist. Ideal sind Süd- oder Ost-West-Ausrichtung und eine Dachneigung von etwa 30 Grad. Mehr zur optimalen Planung erklärt unser Ratgeber zur richtigen Ausrichtung deiner PV-Anlage.
Neben dem Dach brauchst du Platz für die übrigen Anlagenkomponenten. Bei einer Solarthermieanlage ist das vor allem der Warmwasserspeicher. Bei einer PV-Anlage müssen Wechselrichter und Batteriespeicher im Keller, Hauswirtschaftsraum oder auf dem Dachboden untergebracht werden.
Häufige Fragen zur Solarheizung
Was kostet eine Solarheizung?
Das hängt vom System ab. Eine Solarthermieanlage kostet zwischen 5.000 und 13.000 Euro. Da sie immer ein ergänzendes Heizsystem benötigt, steigen die Gesamtkosten schnell auf über 20.000 Euro. Eine Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe liegt je nach Konfiguration zwischen 30.000 und 55.000 Euro, bietet dafür aber deutlich mehr Unabhängigkeit.
Kann ich ausschließlich mit Solarenergie heizen?
In der Praxis nicht ganzjährig. Im Sommer deckt eine Solarheizung den Warmwasserbedarf nahezu vollständig, im Winter reicht die Sonneneinstrahlung nicht aus. Du brauchst immer ein ergänzendes Heizsystem für die Heizperiode.
Welche Förderung gibt es für eine Solarheizung?
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kannst du je nach System und Situation zwischen 30 und 70 Prozent der Investitionskosten gefördert bekommen. Die maximal förderfähige Summe beträgt 30.000 Euro. Voraussetzung ist unter anderem der Einbau durch eine Fachkraft.
Was ist effizienter: Solarthermie oder Wärmepumpe mit PV?
Eine Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage ist in den meisten Fällen die wirtschaftlich bessere Wahl. Sie deckt nicht nur den Wärmebedarf, sondern auch deinen allgemeinen Strombedarf. Solarthermie kann sinnvoll sein, wenn du wenig Dachfläche hast und vor allem Warmwasser solar erzeugen möchtest. Einen ausführlichen Vergleich beider Technologien findest du im Ratgeber zu Solarthermie und Photovoltaik.